Testo 4
Über das Atmen
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Im Atemholen liegen zweierlei Gnaden:
die Luft einziehn, sich ihrer entladen.
Das eine bedrängt, das andre erfrischt,
so wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt.
Johann Wolfgang v.Goethe
Das erste, womit der Mensch nach seiner Geburt in Berührung kommt, ist die Luft. Vor irgendeiner Nahrungsaufnahme beginnt er zu atmen, ein existenziell notwendiges Tun, auf dem jedwede andere Tätigkeit gründet. Und es ist auch das letzte, was der Mensch vor seinem Tod aufgibt.
Die menschliche Atmung umfasst keineswegs nur die feine Gasdiffusion in den Alveolen der Lungen. Vielmehr beginnt sie beim Ansaugen unmittelbar vor den Lippen oder Nasenlöchern, um beim Ausblasen genau dort wieder zu enden. Zudem geht es bei ihr nicht nur um das Einnehmen von Luftsauerstoff (O2) und Abgeben von körpereigenem Kohlendioxid (CO2), obschon dieser Austausch das ursprüngliche Geschehen ausmacht, sondern auch um das Ein- und Ausströmen durch Rachenraum und Kehlkopf über die Stimmbänder. Letzteres lässt sich bewusst steuern, und das interessiert uns im Besonderen.
Der normal atmende Erwachsene holt je Atemzug ungefähr ½ Liter Luft ein. Bei rund 18 Atemzügen je Minute ergibt dies ein Atemminutenvolumen von 9 Litern. In derselben Zeitspanne schlägt sein Herz durchschnittlich 7o mal. Beim tiefen, meditativen Atmen können sogar 3 Atemzüge je Minute reichen, wobei jedoch ein grösseres Luftvolumen je Atemzug aufgenommen wird. Da es sich hier eben um Durchschnittswerte handelt, steht dem kontrollierten Atemverhalten des gesunden Menschen eine rechte Bandbreite zur Verfügung.
 
- sarà continuato -
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