Citazione 2
di Albert Newen sul
Tiere und Musikalität
Opern zu komponieren, ist eine hoch entwickelte menschliche Fähigkeit im Bereich der Musik und wirft für die Diskussion des Verhältnisses von Mensch und Tier die Frage auf: Im welchem Maß sind Tiere musikalisch? Kann man hier auch von wesentlichen Vorformen sprechen? Dazu finden wir eine intensive Diskussion über die Strukturen von Wal- und Vogelgesang im Vergleich zu menschlicher Musik: Rhythmus und Muster beim Vogelgesang weisen ähnliche Strukturen auf wie von Menschen gemachte Musik. Daher haben Gray und Kollegen (Science 2001) die These vorgetragen, dass es einen universalen Sinn für Musik im Tierreich geben könnte. Dadurch wurde eine Reihe von Studien zur Sensitivität von Tieren für Musik gestartet.
Zunächst beobachteten McDermott und Hauser (2007) bei manchen Affen (Tamarine), dass sie mit menschlicher Musik nichts anfangen können. Doch dabei hatte man vernachlässigt, dass die Stimmen dieser Affen bei normaler Vokalisation achtmal schneller sind und drei Oktaven höher liegen als beim Menschen.
Snowdon und Tele (2010) haben daraufhin eigens Musik für Tamarine komponiert, die der natürlichen Vokalisation der Affen Rechnung trägt, und siehe da: Wir beobachten ein klares Interesse und deutliche Gefühlsreaktionen auf die für Affen gemachte Musik, wobei diese bei manchen Stücken systematisch entspannt und bei anderen systematisch aufgeregt reagieren. Das spricht dafür, dass es einen universellen Sinn für »Musik« gibt, wobei diese Musik an den Eigenschaften der Vokalisation der jeweiligen Gattung orientiert sein muss.
da »Spektrum der Wissenschaft« 7/2011; p.9
verso la summenzionata